Praxis

Beispiele aus der Praxis

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„Schritte gegen Tritte“

„Gewalt hat viele verschiedene Gesichter. Sie äußert sich offen oder versteckt, verbal oder non-verbal, persönlich oder strukturell; sie kann sich gegen Einzelne oder gegen Gruppen richten; sie geht von Jungen wie Mädchen, Männern und Frauen aus. Gewalt hat ihre eigene Dynamik, ihre eigenen Gesetze. Und vor allem, sie macht Angst und erzeugt eine Spirale weiterer Gewalt.“

Pfarrer K.J. Burckhardt, Mitglied des Oekumenischen Dienstes und Trainer unseres berufsbegleitenden Grundkurses 1998, initiierte mit einer ökumenischen Arbeitsgruppe von Pädagogen und Theologen aus Kassel und Braunschweig im Jahr 1993 das Projekt „Schritte gegen Tritte“. Es ist seitdem an mehr als 250 Schulen (OS, Haupt-, Realschule, Gymnasium, BBS) mit über 22.000 Schülern und Schülerinnen in Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg durchgeführt worden. Im Raum Braunschweig wird das Projekt hauptsächlich im Rahmen des „Braunschweiger Modells zur Gewaltprävention“ durchgeführt.

Leben mit Flüchtlingen

„Wir sehen unsere Berufung darin, bewusst Gemeinschaft zu leben inmitten der Großstadt, wo auch in Deutschland die sozialen Risse unserer Gesellschaft am deutlichsten sichtbar werden. Gemeinschaft zu leben mit Menschen, die ganz unten sind.“

Dietrich Gerstner
(Berufsbegleitender Aufbaukurs 1997-1999), Mitglied und Kursleiter des Oekumenischen Dienstes, ist Konflikttrainer, Mediator und Theologe. Er gehört zur christlichen Basisgemeinschaft „Brot & Rosen“ in Hamburg, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung engagiert und gemeinsam mit obdachlosen Flüchtlingen in einem „Haus der Gastfreundschaft“ lebt.

Schwimmbad-Projekt in Wetzlar

„Leichtfüßig und beschwingt zogen etwa vierzig Jugendliche durchs Schwimmbadgelände zum Volleyballplatz. In einigem Abstand standen die Bademeister mit blassen Gesichtern. Das Handy, das sie seit einer dreiviertel Stunde in der Hand hielten, um im Bedarfsfall sofort die Polizei rufen zu können, ließen sie sinken...“

Ernst von der Recke, Mitglied des Oekumenischen Dienstes, gestaltet seit 1996 Trainings in Konfliktbearbeitung für freiwillige StreetworkerInnen.

Spiritualität und gesellschaftliches Engagement in einer Ordensgemeinschaft

„Weil der christliche Gott den Weg der 'Kenosis', des Dienens, gewählt hat und lieber starb, als seine Meinung mit Gewalt durchzusetzen, deswegen verstehe ich Gewaltfreiheit als ein Kernstück des Evangeliums. Wenn alle Christen sich diese Grundhaltung Jesu zu eigen machen würden, dann hätten wir eine ganz große Kraft in dieser Welt, um Kriege abzuwenden.“

Schwester Monica Lewis
(Aufbaukurs 1996), Mitglied im Kuratorium des Oekumenischen Dienstes und Benediktinerin in der Abtei Burg Dinklage, trägt mit ihren Mitschwestern die Anliegen von Frieden und Gerechtigkeit im täglichen Gebet vor Gott. Die Schwestern versuchen, einen Ort zu gestalten, wo Menschen den eigenen inneren Frieden (wieder) finden können, jenen Frieden, der für den gesellschaftlichen Frieden Voraussetzung ist. Die Herausforderung ihres Gründers „Suche den Frieden und jage ihm nach“ verstehen sie als eine tägliche Aufgabe, die Auswirkungen hat für den Frieden in der Welt.

Konfliktbearbeitung in der Schule

„Ich nehme meine Schülerinnen und Schüler mit ihren Konflikten jetzt ernster und dränge auf Klärung, unterbinde Streit nicht einfach.“

Hildegard Siemer
ist es durch die Teilnahme am berufsbegleitenden Aufbaukurs (Berufsbegleitender Aufbaukurs 2000/2001) wichtig geworden, sich um eine Haltung der Allparteilichkeit zu bemühen, wie sie etwa in der Mediation grundlegend ist. In diesem Sinne bringt sie ihre im Kurs erworbenen Kompetenzen in ihre Arbeit als Grundschullehrerin und in die Pax-Christi-Gruppe Oldenburg ein, in der sie seit langem aktiv ist.

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