Praxis

Der Verein „Friedenswege“ in Bosanska / Kozarska Dubica (Bosnien-Herzegowina)

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Die Region

Als 1991 auf dem Balkan der Krieg begann, lebten in Bosanska / Kozarska Dubica im Nordwesten von Bosnien 31.577 Menschen, davon 68% SerbInnen, 21,6% MuslimInnen, 1,5% KroatInnen und 8,9% andere. Die meisten muslimischen und kroatischen EinwohnerInnen wurden während des Krieges vertrieben, ihre Häuser zerstört bzw. besetzt. Viele von ihnen flüchteten ins Ausland, andere blieben als Flüchtlinge in Bosnien.

1995 wurde das Friedensabkommen von Dayton geschlossen. Bosnien bekam eine Zentralregierung; gleichzeitig wurde es aufgeteilt in eine muslimisch-kroatische Föderation und eine serbische Gebietseinheit mit je eigenem Parlament. Bosanska / Kozarska Dubica liegt seitdem in der heutigen Republik Srpska. Die Umsetzung des Friedensabkommens geschieht unter internationaler Aufsicht durch UN-Truppen (SFOR). Sie bleibt schwierig auf Grund der nationalistischen Gruppen in den Parlamenten.

Die Kooperationspartner

1997 wurde in Sanski Most, einem Ort in der muslimisch-kroatischen Föderation, der muslimische Verein für Flüchtlinge und Vertriebene aus Bosanska / Korzaska Dubica gegründet mit dem Ziel, ihnen eine Rückkehr in die Heimatstadt zu ermöglichen.

Im September 1999 kehrten die ersten Flüchtlinge unter dem Schutz von SFOR-Soldaten nach Bosanska / Kozarska Dubica zurück in eine Stadt, deren BewohnerInnen den Rückkehrenden gegenüber feindlich eingestellt waren. Der Flüchtlingsverein richtete ein Beratungsbüro ein, dessen erste Aufgabe es war, sich für die Menschenrechte einzusetzen und den Rückkehrenden bei der Forderung nach Rückgabe ihres Eigentums zu helfen.

Mit finanzieller Unterstützung von Einzelnen, von Kirchengemeinden und kirchlichen Gruppen in Deutschland konnte das Beratungsbüro eine umfassende Arbeit aufbauen, die Menschen aller Volksgruppen einbezieht und schwerpunktmäßig Frauen, Kindern und alten Menschen gilt.

Der neue Verein „Friedenswege“


Im September 2002 hat sich der Flüchtlingsverein neu registrieren lassen als Bürgerverein „Putevi mira“ („Friedenswege“).

Der neue Name macht deutlich: „Wir sind keine Flüchtlinge mehr. Wir sind zu Hause, in unserer Stadt. Wir möchten zusammen mit Menschen der anderen Volksgruppen in Frieden leben und gemeinsam eine demokratische, zivile Gesellschaft entwickeln.“

Die Friedenswege beginnen mit dem Bemühen um Annäherung der Menschen: Frauen begegnen sich in Seminaren zur gewaltfreien Konfliktlösung. Kinder und Jugendliche lernen und spielen miteinander unter Anleitung von Lehrerinnen. Alte Menschen treffen sich regelmäßig und kochen miteinander.

Um das erfahrene Unrecht im Krieg und das Leid aufzuarbeiten, bedarf es vieler solcher Schritte.

Der Rahmen

MitarbeiterInnen des Vereins „Putevi mira“Der Verein „Putevi mira“ ist Kooperationspartner des Oekumenischen Dienstes Schalomdiakonat , der ihm eine persönliche und fachliche Begleitung in seiner Friedensarbeit anbietet. Diese Kooperation eröffnet zudem die Möglichkeit, Spenden an „Putevi mira“ auf ein Sonderkonto des OeD steuerabzugsfähig zu überweisen: Oekumenischer Dienst, Konto 80 000 3263, Evang. Kreditgenossenschaft Kassel (BLZ 520 604 10), Stichwort „Dubica“.

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